Freizeit
Das Leben lässt sich nicht in Arbeit auf der einen und Freizeit auf der anderen Seite aufteilen, finde ich. Zumindest klappt das nicht mit meinem Autorenleben. Professionelles Schreiben besitzt natürlich alle Merkmale von Arbeit: Es gibt Abgabetermine, Vorgaben und Änderungswünsche, Kritik … Ich werde für mein Schreiben bezahlt, schreibe zu regelmäßigen Zeiten, gehe dafür in ein Büro und freue mich auf den “Feierabend”. Am besten schreibe ich jedoch, wenn ich meine Arbeit als Freizeit betrachte.
Ebenso ist meine “Freizeit” immer auch Arbeit: Mir fallen Wörter auf, die für eine Quizfrage taugen, ich erlebe witzige Momente, lerne interessante Menschen kennen, höre einmalige Aussprüche, wundere mich über die Welt, erlebe Momente, die mich an meine Kindheit erinnern … Alles Augenblicke, die ich dann vielleicht zu Papier bringe, damit ich sie in meiner “Arbeitszeit” in einen Text einbauen kann.
Selbst den Sport, bei dem ich im Idealfall nicht denke und einfach nur meinen Körper agieren lasse, könnte man irgendwie als Arbeit betrachten: Er ist der Ausgleich zur Kopfarbeit, lehrt mich das Durchhalten, und angeblich bereitet er irgendwie mein Unterbewusstes aufs Schreiben vor. (Meistens ist es aber einfach nur der Spaß an der Qual, der mich zum Sport treibt.)
Ich habe eigentlich zu spät naja, alles hat seine Zeit - gemerkt, dass Ausdauersport mein Ding ist. 2006 habe ich mit dem Laufsport angefangen (mit über 40, Danke für die Wette Klaus und Captain!), bin nach meinem ersten Marathon (3:45h) in die Laufabteilung von Fortuna Düsseldorf eingetreten und trainiere seitdem regelmäßig. Neuerdings auch für den Triathlon. Schwimmen, Radfahren und Laufen hat was von Schreiben: Es geht darum, sich möglichst ruhig und technisch sauber zu bewegen und dadurch Tempo aufzunehmen, das man über eine lange Distanz durchhält. Eine Fähigkeit, die mir beim Schreiben etwas abgeht. Durch den Sport fällt mir das jetzt auch beim Schreiben leichter. (und das nicht nur, weil es sich in einem fitten Körper besser schreibt als mit einem Bierbäuchlein und den dazugehörigen Rückenschmerzen.)
Dass ich 2007 die Laufabteilung von Fortuna entdeckt habe, war ein Glücksfall, denn Fortuna gehört seit 1976 zu meinem Leben. Es gibt immer wieder mal Leute, die einen deshalb bedauern. Aber selbst wenn ich nochmal zehn Jahre alt sein und mir meinen Fußballverein neu aussuchen dürfte, würde ich mich für Fortuna Düsseldorf entscheiden. Denn “als Fortunafan muss man das Leben nicht fürchten.” (Dieter Nuhr).











